Antifaschistischer Protest bleibt notwendig!

Donnerstag, 26. Jänner 2012 @ 09:13

Auch dieses Jahr findet am 27. Jänner wieder der Ball des Wiener Korporations Ring (WKR) in der Wiener Hofburg statt. Der WKR ist ein Dachverband von mehr als 20 schlagenden Burschenschaften, die sich ideologisch durch ihren Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Sexismus, Homphobie, Antikommunismus, Elitendenken und ihren völkischen Deutsch-Nationalismus auszeichnen. Bei diesem Ball handelt es sich also nicht um ein harmlose Tanzveranstaltung, sondern um ein wichtiges Event der extremen Rechten. Ein Abend an dem sich national-freiheitliche, deutschnationale und offen rechtsextreme an einem der repräsentativsten Orte in Wien selbst feiern und ihr Kontakte mit Vertreter_innen der europäischen Rechten pflegen.

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http://votacomunista.at/news/article.php/20120126091318215

Besonders bezeichnend ist, dass der diesjährige WKR-Ball mit dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zusammenfällt. Dieser Tag wird zwar von der UNO als „International Holocaust Remembrance Day“ anerkannt, in Österreich gibt es keine staatlichen Gedenkveranstaltungen, ganz zu schweigen von einem gesetzlichen Gedenktag

In den letzten Jahren ist es durch vielfältige antifaschistische Proteste gelungen, den WKR-Ball in der Öffentlichkeit präsent zu machen und zu skandalisieren. Dadurch konnte beispielsweise erreicht werden, dass die Hofburg ihre Räumlichkeiten ab 2013 dem WKR nicht mehr zur Verfügung stellen wird oder, dass der WKR-Ball (und andere Wiener Bälle) von der Liste des UNESCO-Kulturerbes gestrichen wurden.

Diese Entwicklungen sind natürlich erfreulich, doch bleibt antifaschistischer Protest weiterhin notwendig. Das reaktionäre Gedankengut der Burschenschaften ist kein Randphänomen in der österreichischen Gesellschaft. Immer noch bekennt sich der Großteil der Österreicher_innen zum „Opfermythos“ - also der Vorstellung, Österreich wäre nur ein Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands gewesen. Auch die Wahlen der letzten Jahre zeigen, dass sich die FPÖ mit kontinuierlichen 30% der Wähler_innenstimmen mit ihren rassistischen, sexistischen, menschenverachtenden Positionen in der österreichischen Politik durchsetzen konnte. Aber auch alle anderen Parlamentsparteien machen – zu unterschiedlichen Graden – bei dem Spiel mit. Ein Beispiel ist das Thema Zuwanderung: Anstatt klar zu sagen, dass das Recht auf Asyl ein Menschenrecht ist, wird darum gestritten, wer denn jetzt die besseren Kriterien hat um zu entscheiden wer hier bleiben „darf“ - Stichworte: Rot-Weiß-Rot-Card, Schlüsselkräfte, "integrationswillig", etc.

Daher rufen wir auch dieses Jahr wieder dazu auf, an antifaschistischen Protesten teilzunehmen!

Besonders empfehlen wir:


*Antifaschistische Demonstration* - Den WKR-Ball crushen! Treffpunkt 27.Jänner, 17h Europaplatz (U3/U6 Westbahnhof)
antifanet afa_w


*radical queer against burschis* Taxifahrer_innenkampagne – No Transportation of Extreme Right Ideas
radicalqueer

Auch wird es dieses Jahr eine Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz geben: Treffpunkt: 27.Jänner, 10h, Heldenplatz/Burgtor

Mehr und auch immer aktuelle Infos gibt es unter: nowkr indymedia

Rechtshilfe: Rechtshilfe Wien RH-Nummer: 0681 83103050

Passt auf euch auf und bildet Bezugsgruppen - Wir sehen uns auf der Straße!