| Kommentar am Rande der Diskussion ums Anti-Man(n)ifest |
Auf indymedia.at wurde ein "Anti-Man(n)ifest" veröffentlicht, das wiedermal eindringlich an eine immer notwendige und gleichzeitig immer vernachlässigte (Selbst-)reflexion in linken Gruppen und Organisationen erinnert.
Viel zu oft wird Feminismus und der Kampf gegen sexistische Diskriminierung in einem Grundsatzkatalog abgehandelt, spiegelt sich aber nicht in der alltäglichen Politikformulierung und in der tatsächlichen politischen Praxis, im miteinander Tun wieder. Und viel zu oft sind es wieder die Frauen*, die diese Grundsätze einfordern oder sogar rechtfertigen müssen. |
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Ich möchte mich aber auf ein scheinbares Detail in der Diskussion unter dem "Anti-Man(n)ifest" beziehen.
EinE user*in beschwert sich hier über den Slogan
(Ich finde der Kommentar ist so ungefähr das Lustigste.) "Schwanz ab" wird glaub ich oft als Bedrohung gesehen. Ist es ja auch - steht es doch als Metapher für ein Abschneiden von Privilegien und Macht bei der Bekämpfung des Patriarchats, der Herrschaft hegemonialen Männlichkeiten. "Schwanz ab" steht für ein Aufbrechen der Geschlechterverhältnisse. Ganz egal ob ich in Analyse und/oder Perspektive die herrschende Geschlechterdichotomie und biologische Zweigeschlechtlichkeit übernehme oder ablehne. "Schwanz ab" steht für einen Kampf gegen das Patriarchat und Frauen*unterdrückung. Und damit gegen jegliche Unterdrückung, denn der Feminismus ist eine Idee zur Befreiung aller Menschen und nicht nur der Frauen*.
Wenn ich an die Anfänge meiner Politisierung erinnere, fällt mir eine Szene ein, ich glaube es war Abend: nach ein paar Bacardi Breezers am Spielplatz zog ich mit Freund*innen "Schwanz ab, Schwanz ab, nieder mit der Männlichkeit" rufend durch die leeren Straßen der Vorstadt. Das war ein leicht abgewandelter Refrain des recht doofen und antifeministischen gleichnamigen Ärzte-lieds. Die Provokation und Sprengkraft die von dem Slogan ausging hat nicht nur meine weiblich sozialisierten Freund*innen fasziniert.
Oft ist es einfacher, abstrakt "gegen das Patriarchat" zu sein, als sich selbst kritisch zu befragen.
Selten werden Slogans so sehr auf die Waagschale gelegt und missverstanden wie im Zusammenhang mit feministischen und antisexistischen Forderungen.
In diesem Sinne:
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Barbara Steiner |