| Das Projekt „Internationale Entwicklung“ an der Universität Wien war schon von Beginn an ein prekäres. Es begann mit einer „Entwicklungskampagne“ Ende der 1970er Jahre und der Gründung des "Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den Österreichischen Hochschulen" auf Initiative von Studierenden - unterstützt durch die ÖH. Den ersten Antrag auf Gründung eines eigenen Instituts gab es im Juni 1990 – dieser und weitere diesbezügliche Versuche in den folgenden Jahren wurden meist vom (damals noch zuständigen) Wissenschaftsministerium verhindert. Ein richtiges Institut gibt es nach wie vor nicht – rechtlich gesehen ist das IE-Institut eine „Forschungsplattform“, was vor allem einen Mangel an Ressourcen und eine zeitliche Befristung bedeutet. |
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Als wäre diese Situation nicht schon unsicher genug, scheint sich der scheidende Rektor Winckler zum Ende seiner Tätigkeit noch einen Spaß daraus zu machen diesem Projekt den endgültigen Todesstoß zu versetzen: Obwohl die Einführung des Masterstudiengangs eigentlich schon mit dem Bachelor zum Wintersemester 2009 geplant gewesen wäre und nun mit einiger Verzögerung in erster Lesung vom Senat genehmigt wurde, stoppte das Rektorat den Prozess wegen angeblicher Unfinanzierbarkeit und versucht seitdem auf die inhaltliche Ausgestaltung des Studienplans Einfluss zu nehmen – was eine eindeutige Kompetenzüberschreitung darstellt.
Seither sind nur mehr absurde und erschreckende Ideen zu vernehmen: Diese gehen von einem rein englischsprachigen und damit zugangsbeschränkten Master für eine kleine Elite über ein „individuelles“ bzw. „vorläufiges“ Mastercurriculum, das vorwiegend von den knappen Ressourcen anderer Studienrichtungen zehren soll bis zur Einführung des Masterstudiums in Verbindung mit einer kompletten Abschaffung des Bachelorstudiums…
Ein beliebter Slogan der bisherigen Bildungsproteste passt hier wie die Faust aufs Auge: Ganz so schlimm wird es dann möglicherweise doch nicht kommen. Alle am Projekt IE Beteiligten sind es seit jeher gewohnt, um dessen bloße Existenz zu kämpfen – es gab und gibt vielfältige Protestaktionen und weitere werden folgen (müssen). Zahlreiche Medienberichte und Unterstützungserklärungen – unter anderem von großen Entwicklungsorganisationen – zeigen außerdem, dass die IE keine Sache eines weltfremden universitären Elfenbeinturms ist, sondern gesellschaftliche Relevanz hat. Florian Aigner
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Details zu den Anfängen der IE und den aktuellen Entwicklungen sind hier nachzulesen:
http://www.univie.ac.at/ie/alt/de/einfuehrung/geschichte.html http://ie.univie.ac.at/das-institut/geschichte/chronologie/ http://wikis.ie.bagru.at/wikie/immer_wIEderstand
[Zuerst erschienen im Boulevardblatt, Mai 2011 des Kommunistischen Student_innenverbands Linke Liste (KSV-LiLi)] |