Die Proteste an der Uni Wien gehen in den dritten Tag und die Studierenden richten sich auf das verlängerte Wochenende ein. Inzwischen haben sich die Proteste auf die Uni Graz ausgeweitet, die TU Wien berät über Proteste am kommenden Dienstag.
Politische Diskussionen untertags, ausgelassenes Feiern nachts. So gestaltet sich das Audimax der Uni Wien unter studentischer Selbstverwaltung. Ungefähr 300 Menschen übernachteten von Freitag auf Samstag in verschiedenen, zu Schlafräumen umfunktionierten Hörsäälen.
Freitags wurden die Räumlichkeiten erfolgreich von Lehrveranstaltungen freigehalten, größtenteils zeigten sich die ankommenden Student_innen solidarisch. Der Tag wurde für beständig für Diskussionen genutzt, unterbrochen wurden diese für eine Demonstration zum Wissenschaftsministerium gegen 15:00, und später für eine - mangels Anwesenheit erfolglose - Jagd nach Minister Hahn durch die Uni. Die von seiten des Rektorats konstatierten Sachbeschädigungen erwiesen sich nach genauerer Betrachtung zumeist als harmlose Verschönerungsversuche langweiliger Wände.
Abends gab es diesmal zwei Floors - das Audimax und den Arkadenhof. Auf beiden wurde radikale Lebensfreude praktiziert, die Party zog sich bis zum Morgenrot. Zwischenfälle gab es lediglich zwei: Der Feueralarm wurde ausgelöst und lief ca. 4 Stunden (!) lang, bis schließlich Feuerwehr und Polizei anrückten und mangels Feuer wieder abzogen. Gegen 6 Uhr früh konsultierte eine Handvoll suzidgefährdeter Burschenschafter das Audimax, diese konnten schnell mit einem Kübel Wasser zum verlassen des Raumes bewogen werden.
Die Besetzung geht weiter und andere Unis schließen sich an - Grund genug, optimistisch in das verlängerte Wochenende zu blicken.